Zusammenfassung von Kein Tabu mehr: Machen jetzt alle Therapie? - ntv.de

Der Artikel untersucht den zunehmenden Trend, dass Menschen zunehmend Psychotherapie suchen und sich damit weniger schämen. Dies wird als Ergebnis einer wachsenden Akzeptanz in der Gesellschaft angesehen. Statistiken zeigen, dass die Zahl der Menschen, die an psychischen Erkrankungen erkranken, in den letzten zwei Jahrzehnten fast verdoppelt hat. Gleichzeitig ist jedoch auch die Anzahl derjenigen, die eine ambulante psychotherapeutische Behandlung erhalten, gering.

Experten wie Dr. Johanna Thünker vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen erklären diesen Anstieg sowohl durch die steigenden Anforderungen des modernen Lebens als auch durch eine Zunahme psychischer Erkrankungen. Die Behandlung von ADHS und Autismus, die früher nicht im Erwachsenenalter behandelt wurde, ist ebenfalls ein Faktor geworden.

Die Online-Präsenz hat auch dazu beigetragen, Psychotherapie zu destigmatisieren und es für Betroffene leichter gemacht, Hilfe zu suchen. Allerdings warnt Thünker davor, Psychotherapie als Lifestyle-Produkt darzustellen, da die Schwelle, professionelle Hilfe zu suchen, nicht niedrig ist. Vielmehr suchen Menschen erst nach Jahren oder Jahrzehnten nach Hilfe, was die Behandlung erschwert.

Der Artikel betont die Wichtigkeit der frühen Intervention und hebt hervor, dass Psychotherapie bei früher Behandlung die Chancen auf Genesung verbessern kann. Er schließt mit einem Aufruf, das Stigma um Psychotherapie zu beseitigen und mehr Menschen dazu zu ermutigen, Hilfe zu suchen.


2025-12-09